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Der Schneider von Ulm 12,50 EUR
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Art.Nr.: 978-3-87336-230-7
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Der Schneider von Ulm

Geschichte eines zweihundert Jahre zu früh Geborenen, Jubiläum im Mai 2011

Albrecht Ludwig Berblinger (auch bekannt als Der Schneider von Ulm; * 24. Juni 1770 in Ulm; † 28. Januar 1829 ebenda) war ein deutscher Schneider, Erfinder und Flugpionier.

Albrecht Ludwig Berblinger wurde als siebtes Kind in bescheidenen Verhältnissen geboren. Er war gerade 13, als sein Vater starb und er ins Waisenhaus kam. Dort zwang man ihn, eine Schneiderlehre zu beginnen, obwohl er gerne Uhrmacher werden wollte.

Mit 21 Jahren wurde er Schneidermeister, aber sein eigentliches Interesse galt immer noch der Mechanik. Neben seiner Tätigkeit als Schneider war Berblinger daher auch als Erfinder tätig. Er entwickelte orthopädische Hilfsmittel, wie z.B. Beinprothesen. 1808 entwickelte er eine „Fußmaschine“, die nach Fußamputationen eingesetzt werden konnte, die erste Beinprothese mit Gelenk.

Seine bekannteste Erfindung ist ein Hängegleiter, der ihm den Gleitflug ermöglichen sollte. Jahrelang baute und verbesserte Albrecht Berblinger seinen Flugapparat und beobachtete den Flug von Eulen. Die Leute spotteten über ihn, man drohte damit, ihn aus der Zunft zu werfen und ließ ihn eine hohe Strafe zahlen für sein Werken außerhalb der Zunft. Trotzdem baute er, unter Einsatz seiner gesamten Einnahmen, weiterhin an seinem Fluggerät, das, als Nachbau jedenfalls, an geeigneten Hanglagen flugtauglich war.

König Friedrich von Württemberg zeigte Interesse und spendete 20 Louis d’or. Im Mai 1811 besuchten der König, seine drei Söhne und der bayrische Kronprinz Ulm. Nun sollte Berblinger die Flugtauglichkeit seines Gerätes beweisen. Am Abend des 30. Mai wollte Berblinger von einem Holzgerüst auf der Adlerbastei starten. Der König und viele Ulmer warteten auf seine erste Flugvorführung, doch Berblinger machte einen Rückzieher mit der Begründung, die Windverhältnisse seien ungeeignet.

Am folgenden Tag, dem 31. Mai, trat er erneut zu einem öffentlichen Flugversuch an. Der König war schon abgereist, aber sein Bruder, Herzog Heinrich, und die Prinzen schauten zu. Der Flug scheiterte, weil an diesem Tage keine günstiger Hangaufwind bestand, die ihn hätte tragen können, und auch weil ihn vermutlich das Gejohle und Gelächter der verständnislosen Menge verunsichert hatte. Angeblich stand er minutenlang auf der Brüstung und wartete auf günstigen Wind, bevor ihm ein Gendarm einen Stoß gab und Berblinger in die Donau stürzte. Ob ihm jemals zuvor ein erfolgreicher Flugversuch gelungen war, ist nicht bekannt.

Das Misslingen der Flugvorführung bedeutete für ihn auch den beruflichen und gesellschaftlichen Absturz. Mit 58 Jahren starb er im Hospital an Auszehrung.
Quelle: wikipedia

Vorwort von Hrsg. Adolf Reitz
Am 22. Januar 1902 schrieb Max Eyth, der ein fleißiger Tagebuchschreiber war, in dem von England bezogenen Jahreskalender großen Formats: "Den ersten Entwurf für den Schneider von Ulm aufgeschrieben. Muß noch gehörig vertieft werden, um mir zu gefallen. auch drängt sich mir die Frage ernstlich auf: soll ich oder soll ich nicht?" Einige Zeit darauf, am 15. Februar 1902, vermerkt May Eyth im gleichen Tagebuch: "Schneiderzunft-Studien". Bald aber hielten ihn andere Arbeiten ab. Erst am 29. Dezember 1904, im Todesjahr seiner Mutter Julie Eyth, lesen wir in seinem Tagebuch: "Die erste halbträumerische Rückkehr zum Schneider von Ulm. Ist noch alles nebelhaft.

Zu den ersten Entwürfen aus dem Jahre 1902, die wir im Eyth-Nachlaß, wohlverwahrt vom Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar, vorfinden, kamen später emsige Studien und Aufschriebe über Klostergeschichte, Dokumente aus dem Archiv Blaubeuren, der Stadtbibliothek Ulm über Albrecht Ludwig Berberlinger, den Schneider von Ulm, am 28. September 1771 zu Ulm geboren, - ein anderes Geburtsdatum lautet Juni 1770 -, gestorben am 28. Januar 1829 im Alter von 58 Jahren an "Abzehrung" im Spital zu Ulm.
Max Eyth vertiefte sich in die "Chronik der Gewerke", in das Zeremoniell des laten Schneiderhandwerks, in die Geschichte Württembergs, besonders der STadt Ulm, eine der sieben "guten Städte", ging beu Schneidermeister Glöklen in die Lehre und erfuhr teils durch praktische Arbeit teils durch Zusehen Einzelheiten der Schneiderarbeit.

Autor: Max Eyth
Illustration: Hildegard Raab
Kartoniert mit 207 Seiten
zahlr. S/W-Abbildungen
Format: 13 x 19 cm
1. Auflage 01.07.1997

Diesen Artikel haben wir am Dienstag, 02. November 2010 in unseren Katalog aufgenommen.


Samstag, 26. Mai 2012 11537826 Zugriffe seit Donnerstag, 15. September 2005
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